Was unterscheidet einen EPA- von einem HEPA-Filter?

Was erst wie ein wirres Durcheinanderwürfeln von Buchstaben erscheint, hat auf den zweiten Blick System und Ordnung. Durch die Norm DIN EN 1822 werden Filter getestet und in die  jeweils richitge Klasse von E(PA)11-12 oder H(EPA)13-14 eingeteilt.

EPA- und HEPA- Filter kurz:

(H)EPA-Filter dienen zur Säuberung der Raumluft und reinigen diese von kleinsten Stoffen: Vom Stabkorn bis hin zu mikroskopisch kleinen Viren. Alle Filter besitzen einen sehr hochen Abschiedewert. Doch was bedeutet dieser Wert? Er zeigt wie gut der Filter die Luft von Teilchen befreit. Doch was unterscheidet diese scheinbar fast gleichen Werte? Würde man die Filter mit einem Türsteher vor dem Kölner Stadium, das 50.000 Plätze hat, vergleichen, so könnte man bei einem H14-Filter, zwei mal versuchen das Kölner Stadion zu füllen und es würden trotzdem nur fünf Menschen in das Stadion gelangen. Beim H13 Filter wären es 50. Bei der E12 Variante bereits 500. Der E11 Filter schneidet hierbei mit einer immernoch sehr guten Leistug von 5000 Vorbeigelassenen am schlechtesten Ab.

Ob man nun einen E11-, E12-, H13- und H14-Filter benötigt, sollte vor der Anwendung abgewogen werden. Die Hauptmerkmale der Filter liegen insbesondere bei den verschiedenen Abschiedswerten die bei den Testverfahren gemessen werden. Da Filtermedien am häfigsten von Partikeln einer Größe von etwa 0,1 bis 0,3µm durchdrungen werden (MPPS = most penetrating particle size), wird mit diesen getestet.

E11 vs E12 vs H13 vs H14

E11 Filter (ehml. H11 Filter) kommen als Endfilter für Reinräume der Klasse 100.000 bzw 10.000 zum Einsatz und besitzen einen Abschiedewert von 95%. Dies bedeutet, dass 95% der Partikel gefiltert werden und nur 5% ungefiltert bleiben. Sie Filtern bereits den Schmutz wie Rauch, Pollen und Bakterien aus der Luft, sind aber noch nicht im Stande Partikel wie Öldunst und Russ im Entstehungszustand, radioaktive Schwebstoffe und Aerosole aus der Luft zu Filtern.

E12 Filter (ehml. H12 Filter) sind bereits im Stande 99,5% der Verschmutzungen zu Filtern und schaffen es zusätzlich noch radioaktive Schwebstoffe und Öldunst und Russ im Entstehungszustad zu filtern. Sie werden in Zivischutzanlagen und Reinräumen der Klasse 10.000 bzw. 100 als Endfilter genutzt und desweitern auch bei Abluftfilter in kerntechnischen Anlangen zum Einsatz.

Die Filterklasse H13 schafft es schon die meisten Partikel aus der Luft zu filtern und ist gemäß DIN EN 1822 mit einem Abscheidewert von 99,95% angegeben. Dieser Filter ist anders als der E12 Filter bereits ein effektiver Virenfilter und eigenet sich besonders für Allergiker.

Der H14 Filter schafft es mit einem Abscheidewert von unglaublichen 99,995% bereits eine 10-fach höhere Filterleistung als der H13 Filter. Er ist zwar im Abscheiden von größeren Teilchen mit dem H13 Filter zu vergleichen, schneidet aber im Ausfiltern von Viren und Aerosolen deutlich besser ab. Sie erledigen die Reinluftherstellung sehr gut und werden als Endfilter für Reinräume der Klassen 10 bzw. 1 zum Einsatz

Filter werden generell in Bezug zur Anwendung nach unterschiedlichen Normen geprüft und in Filterklassen eingeteilt. Obwohl einige der Prüfnormen sich sehr ähnlich sind, gibt es häufig Unterschiede beim Prüfverfahren. Einer der entscheidenden Unterschiede ist der verwendete Prüfstaub. Dieser unterscheidet sich unter anderem in seiner Art, Partikelgröße, Konzentration, Ladungszustand oder Homogenität. Ein Beispiel: Hochleistungsfilter der Klassen E10 bis U17 werden mit einem speziellen Ölnebel getestet. Dieses Öl kondensiert nach dem Verdampfen zu Tröpfchen mit einem Durchmesser von 0,1 bis 0,3 µm. Und genau diese Partikelgröße lässt sich am schwierigsten abscheiden. Der Abscheidegrad eines Grobstaubfilters läge unter diesen Bedingungen nahe null Prozent. Aber dafür werden Grobstaubfilter ja auch nicht eingesetzt.

 

Filter H11 vs H12 vs H13 vs H14

H11 95% Absg. bei 0,1-0,3µm              (von 100k kommen 5000 durch)

H12 99,5% Absg. bei 0,1-0,3µm           (von 100k kommen 500 durch)

H13 99,95% Absg. bei 0,1-0,3µm         (von 100k kommen 50 durch)

H14 99,995% Absg. bei 0,1-0,3µm       (von 100k kommen 5 durch)

 

H14-HEPA-Filter bieten eine 10-fach höhere Filterleistung als H13-HEPA-Filter, deren Filterleistung im Größenbereich von Bakterien zwar noch vergleichbar gut ist. Signifikante Unterschiede gibt es jedoch im sogenannten MPPS-Bereich (Most Penetrating Particle Size), also bei der Ausfilterung von Viren und Aerosolen. Hier rät die Projektgruppe Labortechnik (ELATEC) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in ihrer Stellungnahme zum Thema „Einsatz von HEPA-Filtern in Raumlufttechnischen Anlagen (Beschluss 16/2010)“ ausdrücklich: „Die HEPA-Filter sollten mindestens der Klasse H14 nach DIN EN 1822-1 entsprechen.“

 

Warum ist ein H14-Filter in seiner Wirkung dem H13-Filter überlegen?

Grundsätzlich beginnt die Eignung für Filter zur Virenanwendung ab der Klasse H13. Doch die zuverlässigere Abscheidung von Partikeln erfolgt durch den Einsatz von H14 Filtern. Denn der Unterschied zwischen den beiden Filterklassen H13 und H14 liegt in der Qualität der Abscheidung, auch Abscheidegrad genannt. Dieser wird mittels eines Prüfaerosols festgestellt.

 

  • H13-Filter der Klasse müssen insgesamt mehr als 99,95 % aller feinen Schwebstoffe mit einem Durchmesser von weniger als 1 µm (0,001 mm) abscheiden können. Eine solche Abscheideleistung ist für die meisten Anwendungsgebiete in Privathaushalten, Arztpraxen oder Geschäftsräumen völlig ausreichend.
  • H14-HEPA Filter mit einer Zertifizierung für die Klasse H14 scheiden mehr als 99,995 % aller feinen Schwebstoffe ab. Das bedeutet, dass in der H14-Klasse eine 10-fach höhere Abscheidung vorliegt als bei H13-Filtern. Filter dieser Klasse sind deshalb, wie oben bereits ausgeführt, zum Beispiel zur Reinluftherstellung in Operationssälen sinnvoll.

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